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Fachsymposium „Null Bock auf Schule“


Zur Podiumsdiskussion der Fachtagung "Null Bock auf Schule" tauschten sich Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Experten aus. Foto: Anne Findeiß / DPFA
Zur Podiumsdiskussion der Fachtagung "Null Bock auf Schule" tauschten sich Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Experten aus. Foto: Anne Findeiß / DPFA

Am 26. März 2024 trafen sich rund 100 Jugendliche, Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter, Bildungspolitikerinnen und Wissenschaftler in der Leipziger Schaubühne zu einer Veranstaltung der Dietz Stiftung – Stiftung für Bildung aus Zwickau. Während einer Podiumsdiskussion kritisierten die Heranwachsenden den Leistungsdruck in einzelnen Schularten und mangelndes Interesse des Lehrpersonals an der Schülerschaft. Sie forderten mehr Mitbestimmung im Schulleben, mehr Praxisnähe des Lernstoffes und vor allem mehr Wertschätzung im Umgang miteinander. Dr. Gerald Hüther, Hirnforscher und Mitbegründer der Initiative Schule im Aufbruch appellierte an die anwesenden Pädagogen anschaulichen Unterricht zu bieten, um die angeborene Neugier von Kindern wieder zu wecken. Im derzeitigen Schulbetrieb ginge die Gestaltungs- und Entdeckerlust verloren, so der Wissenschaftler.

„Die Kinder und Jugendlichen gehören in den Fokus des Handelns“, resümierte Juliane Ratz. Laut der Vorstandsvorsitzenden der Dietz Stiftung habe das Fachsymposium mit der thematischen Bandbreite an Workshops und der vielfältigen fachlichen Expertise der Teilnehmenden gezeigt, wie viele Möglichkeiten es gibt, um Kinder und Jugendliche wieder schulfähig zu machen. Teilnehmende erhielten die pädagogische Methode des FREIDAY von Margret Rasfeld, Geschäftsführerin von Schule im Aufbruch vorgestellt. Auch Beiträge zur Förderung der mentalen Gesundheit, etwa durch Yoga und der Schaffung sinnstiftender Erlebnisse in der Schule fanden Anklang. „Das Fachsymposium hat Experten aus Schule, Sozialarbeit und Wissenschaft zusammengebracht, um Synergien zu schaffen. Unser Anspruch ist es, diesen Weg fortzusetzen“, fasst Ratz das Anliegen der Stiftung zusammen.

Zu den Teilnehmenden zählten auch verschiedene bildungspolitische Sprecher, Manja Bürger, Geschäftsführerin des Verbandes deutscher Privatschulen sowie Catrin Liebold, geschäftsführende Gesellschafterin der DPFA Akademiegruppe und Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände freier Schulträger in Sachsen.

Im Jahr 2022 verließen im Freistaat mehr als acht Prozent die Schule ohne Abschluss. Die Zahl schulverweigernder Kinder und Jugendlicher ist dabei schwer zu bemessen, es wird von hohen Dunkelziffern gesprochen. 2022 wurden allein in Sachsen knapp 6.800 Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen unentschuldigten Fehlens eingeleitet.